Zum Inhalt springen

Umwelt

Der Umwelt-Index

Für 10.752 deutsche Gemeinden steht auf diesen Seiten eine Zahl zwischen 0 und 100. Sie misst eine einzige Sache: wie weit eine Gemeinde beim Aufbau erneuerbarer Energien gekommen ist, gemessen an vergleichbar großen Gemeinden. Die Gewichte, die Vergleichswerte und die Rechnung stehen vollständig auf dieser Seite, damit jede Gemeinde ihren eigenen Wert nachrechnen kann.

Was dieser Index nicht misst

Er ist keine Bewertung der Umweltqualität einer Gemeinde, und er ist kein Urteil darüber, wie es sich dort lebt. Zwei Datenschichten, die auf diesen Seiten stehen und in einen solchen Index naheliegend hineingehörten, bleiben bewusst draußen:

Radon

Radon ist Geologie. Eine Gemeinde über Granit hat einen hohen Messwert, weil dort Granit liegt. Sie dafür abzuwerten hieße, einen Ort für seinen Untergrund zu benoten. Der Wert steht weiter auf jeder Gemeindeseite, aber als Befund.

Industrieanlagen

Ein Eintrag im europäischen Schadstofffreisetzungsregister ist die Handlung eines Betreibers, nicht der Gemeinde. Ein Kraftwerk zweihundert Meter hinter der Gemeindegrenze belastet dieselbe Luft und zählte trotzdem für den Nachbarort.

Bewertet wird nur, was eine Gemeinde und die Menschen darin selbst aufgebaut haben. Alles andere bleibt Information und wird nicht zur Note.

Die Rechnung

Vier Bestandteile mit festen Gewichten, zusammen 100 Punkte. Jeder Bestandteil wird gegen einen Vergleichswert gerechnet: das 90. Perzentil der Gemeinden derselben Größenklasse, die überhaupt etwas von dieser Technologie haben.

Punkte = Gewicht × min(1, Wert ÷ Vergleichswert)

Solarleistung35 Punkte

Installierte Photovoltaikleistung je Einwohner. Die breiteste Schicht: fast jede Gemeinde in Deutschland hat sie, und sie ist die einzige, die einzelne Haushalte selbst aufbauen.

Übrige Erzeugung25 Punkte

Wind, Biomasse und Wasserkraft je Einwohner. Diese Anlagen entstehen nicht am Einfamilienhaus, sondern in Planungsverfahren der Gemeinde, und sie zeigen deshalb etwas anderes als die Photovoltaik.

Speicherleistung20 Punkte

Leistung der eingetragenen Stromspeicher je Einwohner. Fast durchweg Hausspeicher, die neben einer Solaranlage stehen. Die nutzbare Kapazität in kWh wird bewusst nicht verwendet, weil sie im Register Ausreißer enthält, die die Summe beherrschen.

Zubaudynamik20 Punkte

Anteil des heutigen Solarbestands, der in den letzten drei vollen Jahren hinzugekommen ist. Misst, ob eine Gemeinde jetzt baut, unabhängig davon, wie viel sie schon hat.

100 Punkte heißen nicht "fertig"

Sie heißen: auf dem Niveau der führenden zehn Prozent vergleichbarer Gemeinden. Der Median aller bewerteten Gemeinden liegt bei 39 Punkten, das Mittel bei 42,1. Eine Gemeinde mit 40 Punkten liegt also im Mittelfeld und nicht bei "vier von zehn".

Verglichen wird in der Größenklasse

Köln auf Watt je Einwohner gegen ein bayerisches Dorf zu stellen ist kein Vergleich, sondern ein Kategorienfehler: eine Großstadt hat je Einwohner viel weniger Dach und fast kein freies Feld. Städte werden deshalb an Städten gemessen, Dörfer an Dörfern.

Die Vergleichswerte

Das ist die vollständige Tabelle, aus der jede Punktzahl auf dieser Website entsteht. Jede Zahl ist das 90. Perzentil der Gemeinden dieser Größenklasse mit mindestens einer Anlage der jeweiligen Art.

GrößenklasseGemeindenSolarleistungÜbrige ErzeugungSpeicherleistungZubaudynamik
unter 2.000 Einwohner5.6349.013 W99,9 % mit Anlagen48.310 W49,0 % mit Anlagen517 W99,6 % mit Anlagen59,8 %99,6 % mit Anlagen
2.000 bis 4.999 Einwohner2.1756.902 W100,0 % mit Anlagen7.962 W75,2 % mit Anlagen505 W100,0 % mit Anlagen58,0 %100,0 % mit Anlagen
5.000 bis 9.999 Einwohner1.3455.614 W99,9 % mit Anlagen5.685 W81,2 % mit Anlagen457 W99,9 % mit Anlagen56,5 %99,9 % mit Anlagen
10.000 bis 19.999 Einwohner8923.282 W100,0 % mit Anlagen3.783 W85,4 % mit Anlagen404 W100,0 % mit Anlagen54,5 %100,0 % mit Anlagen
20.000 bis 49.999 Einwohner5112.260 W100,0 % mit Anlagen1.692 W93,5 % mit Anlagen366 W100,0 % mit Anlagen55,5 %100,0 % mit Anlagen
50.000 bis 99.999 Einwohner1151.314 W100,0 % mit Anlagen770 W95,7 % mit Anlagen287 W100,0 % mit Anlagen56,7 %100,0 % mit Anlagen
100.000 Einwohner und mehr80653 W100,0 % mit Anlagen309 W97,5 % mit Anlagen176 W100,0 % mit Anlagen55,0 %100,0 % mit Anlagen

Die Zubaudynamik ist über alle sieben Klassen bemerkenswert stabil: das führende Zehntel hat überall zwischen 54,5 und 59,8 Prozent seines heutigen Solarbestands in den Jahren 2023 bis 2025 errichtet, ob Dorf oder Großstadt. Beim Bestand je Einwohner unterscheiden sich die Klassen dagegen um mehr als das Zehnfache, und genau deshalb wird in Klassen gerechnet.

Ein Vergleich bewegt sich mit

Baut ganz Deutschland doppelt so viel, bleiben die Punkte gleich, weil sich der Vergleichswert mitbewegt. Deshalb steht auf jeder Gemeindeseite neben der Punktzahl ein Wert, der sich nicht mitbewegt: der Anteil am rechnerischen Pro-Kopf-Ziel. § 4 Nr. 3 EEG 2023 nennt 215 GW installierte Solarleistung für das Jahr 2030. Auf die Einwohnerzahl umgelegt sind das 2.572 Watt je Einwohner.

Das ist keine Vorgabe für eine einzelne Gemeinde. Das Gesetz verteilt nichts auf Gemeinden, und eine Großstadt könnte diesen Anteil auf ihren eigenen Dächern gar nicht erreichen. Es ist ein Maßstab, an dem sich ablesen lässt, wo ein Ort im Verhältnis zum Landesziel steht.

Die Spitze jeder Größenklasse

Jeweils die zehn Gemeinden mit den meisten Punkten. Innerhalb einer Klasse sind die Werte direkt vergleichbar, zwischen den Klassen nur eingeschränkt.

unter 2.000 Einwohner

  1. 1HeckhuscheidRheinland-Pfalz98
  2. 2BüttelSchleswig-Holstein97
  3. 3BosbüllSchleswig-Holstein97
  4. 4BokelrehmSchleswig-Holstein97
  5. 5GrevenkopSchleswig-Holstein96
  6. 6VollstedtSchleswig-Holstein96
  7. 7PassowMecklenburg-Vorpommern96
  8. 8EllhöftSchleswig-Holstein94
  9. 9ReinsbüttelSchleswig-Holstein92
  10. 10HabscheidRheinland-Pfalz92

2.000 bis 4.999 Einwohner

  1. 1KönigheimBaden-Württemberg100
  2. 2SilberstedtSchleswig-Holstein100
  3. 3PfatterBayern100
  4. 4ViölSchleswig-Holstein98
  5. 5GumtowBrandenburg98
  6. 6DenklingenBayern96
  7. 7SchernfeldBayern96
  8. 8AmstettenBaden-Württemberg93
  9. 9BingenBaden-Württemberg93
  10. 10EittingBayern93

5.000 bis 9.999 Einwohner

  1. 1Elbe-PareySachsen-Anhalt100
  2. 2HardheimBaden-Württemberg100
  3. 3SüdlohnNordrhein-Westfalen97
  4. 4LemwerderNiedersachsen97
  5. 5KülsheimBaden-Württemberg97
  6. 6NeresheimBaden-Württemberg95
  7. 7Zahna-ElsterSachsen-Anhalt95
  8. 8BeratzhausenBayern95
  9. 9KarstädtBrandenburg92
  10. 10DrebkauBrandenburg91

10.000 bis 19.999 Einwohner

  1. 1WerneckBayern95
  2. 2MöckernSachsen-Anhalt94
  3. 3EmstekNiedersachsen94
  4. 4AnröchteNordrhein-Westfalen93
  5. 5HaselünneNiedersachsen92
  6. 6Bad WünnenbergNordrhein-Westfalen90
  7. 7GarrelNiedersachsen90
  8. 8ErwitteNordrhein-Westfalen90
  9. 9SaterlandNiedersachsen90
  10. 10DinkelsbühlBayern90

20.000 bis 49.999 Einwohner

  1. 1JüchenNordrhein-Westfalen98
  2. 2HörstelNordrhein-Westfalen94
  3. 3Zerbst/AnhaltSachsen-Anhalt94
  4. 4OchtrupNordrhein-Westfalen94
  5. 5Haren (Ems)Niedersachsen94
  6. 6CoesfeldNordrhein-Westfalen93
  7. 7MeppenNiedersachsen92
  8. 8VredenNordrhein-Westfalen92
  9. 9AhausNordrhein-Westfalen91
  10. 10BedburgNordrhein-Westfalen91

50.000 bis 99.999 Einwohner

  1. 1Gronau (Westf.)Nordrhein-Westfalen94
  2. 2RheineNordrhein-Westfalen91
  3. 3GrevenbroichNordrhein-Westfalen91
  4. 4PassauBayern90
  5. 5NordhornNiedersachsen88
  6. 6Lingen (Ems)Niedersachsen87
  7. 7AhlenNordrhein-Westfalen87
  8. 8BocholtNordrhein-Westfalen86
  9. 9DorstenNordrhein-Westfalen84
  10. 10LippstadtNordrhein-Westfalen82

100.000 Einwohner und mehr

  1. 1HammNordrhein-Westfalen97
  2. 2GüterslohNordrhein-Westfalen96
  3. 3MünsterNordrhein-Westfalen94
  4. 4PaderbornNordrhein-Westfalen94
  5. 5UlmBaden-Württemberg94
  6. 6MoersNordrhein-Westfalen89
  7. 7BielefeldNordrhein-Westfalen86
  8. 8SalzgitterNiedersachsen85
  9. 9NeussNordrhein-Westfalen82
  10. 10Oldenburg (Oldb)Niedersachsen82

Nach Bundesland

Grenzen dieser Zahl

  • Registrierung ist keine Erzeugung. Das Marktstammdatenregister verzeichnet Anlagen, weil Betreiber eine Meldepflicht erfüllen. Die Leistung darin ist Bruttoleistung vom Typenschild und sagt nicht, wie viel Strom tatsächlich geflossen ist.
  • 197 Gemeinden tragen keinen Wert. Ihnen fehlt die Einwohnerzahl oder sie sind unbewohnt, und ohne Nenner gibt es keine Pro-Kopf-Größe. Sie erscheinen als "nicht bewertet" und nicht als null Punkte, weil das zwei verschiedene Aussagen sind.
  • Eine Anlage zählt für den Standort, nicht für den Nutzen. Ein Solarpark auf der Gemarkung einer kleinen Gemeinde zählt dort, auch wenn der Strom in die Stadt nebenan fließt und der Betreiber in Hamburg sitzt.
  • Die Speicherkapazität fehlt. Der Index verwendet die Speicherleistung in kW, nicht die nutzbare Kapazität in kWh. Letztere enthält im Register Ausreißer, die die Summe beherrschen: 919 Einträge über 5 MWh stellen 97,7 Prozent der bundesweiten Summe, der größte allein behauptet 157 GWh. Eine so dominierte Summe wird hier nicht veröffentlicht.

Quellen

  • Anlagendaten: Marktstammdatenregister (MaStR), Bundesnetzagentur, Gesamtdatenexport vom 15. September 2026. Betriebsstatus "In Betrieb".
  • Einwohnerzahlen: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, VG250-EW.
  • Gemeindeverzeichnis: OpenDataSoft georef-germany-gemeinde (Destatis Gebietsstand 2025)
  • Ausbauziel: § 4 Nr. 3 EEG 2023

Marktstammdatenregister (MaStR), Bundesnetzagentur, dl-de/by-2-0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0), Datensatz: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR/Datendownload. Daten geändert: je Gemeindeschlüssel aggregiert. Methodik der übrigen Datenschichten.