Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Eine Steckeranlage rechnet sich anders als eine Dachanlage, und der Grund ist ein einziger: sie bekommt keine Einspeisevergütung. Was Sie im Moment der Erzeugung nicht selbst verbrauchen, geht ohne Gegenleistung ins Netz. Deshalb entscheidet der Eigenverbrauch hier über alles.
Was eine Steckeranlage bringt
Amortisationszeit3,3 Jahre
Ertrag im Jahr577 kWh
davon selbst genutzt404 kWh
Nur dieser Teil spart Geld
ohne Gegenleistung ins Netz173 kWh
Eine Steckeranlage erhält keine Einspeisevergütung. Was gerade niemand verbraucht, ist verschenkt.
Ersparnis im Jahr149 €
Die Rechnung
- Ertrag = 1.008 kWh/kWp × 0,800 kWp × 0,72 = 577 kWh
- Genutzt = 577 × 70% = 404 kWh
- Ersparnis = 404 kWh × 37,0 ct = 149 €
- Amortisation = 500 € ÷ 149 € = 3,3 Jahre
Woher die Zahlen kommen
- Einstrahlung. PVGIS der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission, ein eigener Abruf je Landkreis, 400 von 400 abgedeckt.
- Anbringung. Die Faktoren für senkrechte und aufgeständerte Montage stammen aus derselben gemessenen Tabelle wie der Dachrechner. Ein senkrecht hängendes Modul nach Süden liefert etwa 72 Prozent dessen, was dasselbe Modul in Optimalneigung liefern würde. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen einer Balkon- und einer Dachanlage und fehlt auf den meisten Rechnern.
- Strompreis. BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, Haushalte im Jahresdurchschnitt.
- Eigenverbrauchsanteil. Ihre Eingabe, voreingestellt auf 70 Prozent. Steckeranlagen erreichen typischerweise mehr als Dachanlagen, weil sie klein sind und die Grundlast eines Haushalts fast immer über der Erzeugung liegt. Wer tagsüber nie zu Hause ist, liegt darunter.
Der Rechner sagt nichts über die Zulässigkeit der Anbringung. Ob ein Modul am Geländer hängen darf, entscheiden Mietvertrag, Eigentümergemeinschaft und bei bestimmten Gebäuden das Baurecht. Auch eine Steckeranlage ist im Marktstammdatenregister anzumelden.
Weitere Rechner
- PV-Ertragsrechner: Wie viel Strom eine Anlage an Ihrem Standort erzeugt, aus gemessenen Einstrahlungsdaten.
- Photovoltaik-Wirtschaftlichkeit: Kosten, Einspeisevergütung, Ersparnis und Amortisationszeit, mit offengelegter Rechnung.
- Speichergröße: Welche Speichergröße zu Verbrauch und Anlage passt, und ab wann ein größerer nichts mehr bringt.
- Wärmepumpe gegen Gasheizung: Laufende Kosten und CO2 im direkten Vergleich, mit Jahresarbeitszahlen aus einer Feldstudie statt aus dem Datenblatt.
- Stromkosten: Jahreskosten aus Verbrauch und Preis, mit der Aufschlüsselung, wohin das Geld tatsächlich geht.
- CO2 aus Strom: Die Emissionen Ihres Stromverbrauchs, mit dem amtlichen Faktor des Umweltbundesamtes.